Eingeimpfte Unsicherheit

Unlängst bin ich über einen Artikel der Stiftung Warentest zum Thema Impfen gestolpert (worden), den die Stiftung bei Facebook beworben und damit den geballten Zorn von Impfgegnern in diesem Land auf sich gezogen hat.

Ich finde es unsäglich, dass bestimmte Themen in diesem Land nicht sachlich diskutiert werden können, ohne dass irgendwelche stumpfsinnigen Dogmatiker um die Ecke kommen, die Diskussion an sich reißen und das Thema zerstören. Wobei das in diesem Fall weitgehend beide Lager trifft, die jeweils für sich reklamieren, die Gralshüter des Kindeswohls zu sein: Einmal die Befürworter, die von sich behaupten, allein wissenschaftlich fundiert zu arbeiten. Und einmal die Gegner, die in ihrem Bestreben, das Immunsystem der Kinder durch Krankheiten stärken zu wollen, schon selbst reichlich nahe an der Behandlungswürdigkeit sind.

Und dazwischen stehen verunsicherte Eltern, die sich kaum unabhängig informieren können.

Allein auf die Impfempfehlungen der Ständigen Impfkommission (StiKo) des Robert-Koch-Instituts hatte ich zumindest eigentlich nicht vertrauen wollen. 12 von 16 Mitgliedern der Kommission wird eine enge Verbindung zur Pharmaindustrie nachgesagt. Das Debakel um die Schweinegrippe-Impfung 2009 haben viele wahrscheinlich noch im Kopf. Und dass zudem Deutschland von allen europäischen Ländern die nach Anzahl der Krankheitserreger und Häufigkeit der einzelnen Impfungen weitreichendsten Impfempfehlungen hat, die auch über die Empfehlungen der WHO hinausgehen, lässt einen ebenfalls eher ratlos zurück. Sind die in Österreich, der Schweiz, Großbritannien oder Schweden alle verantwortungslos?

Aber wie gesagt: Der Versuch einer unabhängigen Information ist gar nicht so einfach. Die Informationsbroschüre vom Kinderarzt war praktischerweise von GlaxoSmithKline – na danke auch! – und die Internetrecherche zu alternativen Impfüberlegungen führt ein schnell auf Seiten, die so ein esoterisches Aluhut-Flair verbreiten. Dort beruft man sich zwar auch gerne auf medizinische Studien, aber die Frage ist ja, was so alles an nicht ins Weltbild passenden Informationen weggelassen wurde. Schwierig also.

Wir haben uns letztlich dazu entschieden, dass unser Kind durchgeimpft wird. Der Kleine ist robust genug und unser Vertrauen einigermaßen groß, dass er mit den Impfstoffen schon klarkommt. Wahrscheinlich täte er das aber genauso mit den Krankheitserregern. Wie es ausgesehen hätte, wenn er eine schwächere Gesamtkonstitution hätte? Ich habe keine Ahnung.

Was ich aber weiß, ist, dass mich einzelne Impfungen schon etwas ratlos zurücklassen:

Beispiel Hepatitis B: eine sexuell und über andere Körperflüssigkeiten übertragbare Erkrankung. Ist das wirklich eine sinnvolle Impfung für Neugeborene? Wie viele Erwachsene sind nicht gegen Hepatis B geimpft, ohne dass die Krankheit sich übermäßig ausgebreitet hätte?

Beispiel Rotaviren: eine Impfung, die selbst von vielen Ärzten skeptisch gesehen wird, zumal die entsprechenden Infektionen so gut wie nie zu schweren Schädigungen oder Todesfällen führen.

Beispiel Windpocken: ebenfalls eine so gut wie nie schwer wiegende Krankheit, bei der die Impfung offenbar sogar nur für kurze Zeit vorherrscht und die Krankheit damit schlimmstenfalls sogar in das für schwerere Nebenwirkungen anfälligere spätere Alter verschoben wird.

Kurzum: Es gibt, finde ich, durchaus berechtigte Fragen, die durchaus mal auf den Tisch gehören. Sind wirklich alle diese Impfungen sinnvoll? In der Häufigkeit? In so frühen Jahren? Müssen auch schwächere Kinder geimpft werden bei Krankheiten, wo bereits eine große Herdenimmunität existiert? Und sollten die Empfehlungen wirklich (mittelbar) von denen gemacht werden, die die Impfstoffe verkaufen? Leider findet diese Diskussion aber nicht statt und so bleibt das alles ein Feld für Aluhüte, Kräuterhexen und insbesondere verunsicherte Eltern.

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