Vereint in den Farben, vereint in der Sache?

Eigentlich wollte ich mich an dieser Stelle nicht an den Ruhrnachrichten abarbeiten.

Eigentlich.

Denn das ist schon eine ziemlich krasse Nummer, wie ich finde:

Der etwas andere Dortmund Karneval des „Geierabends“ hat in diesem Jahr den Polizeipräsidenten Gregor Lange mit der diesjährigen Auszeichnung des Pannekopp-Ordens bedacht.

Wie es sich für ein kritisches Lokalmedium gehört, wollen die Ruhrnachrichten diese Ordensverleihung – anders als frühere in den vergangenen Jahren – aber offenbar nicht so stehenlassen und springen dem Polizeipräsidenten gleich doppelt zur Seite.

Zuerst mit einem „Faktencheck“ des RN-Redakteurs Peter Bandermann, über den man – vorsichtig formuliert – auch anderer Meinung sein kann. Die fragwürdige und historisch nicht unproblematische Rechtsauslegung der Dortmunder Polizei legt das Bodo-Magazin jedenfalls gemeinsam mit einigen weiteren Kririkpunkten in seinem „Faktencheck des Faktenchecks“ sehr gut dar.

Doch damit nicht genug für Peter Bandermann, der heute auch noch einmal die Gewerkschaft der Polizei über die Preisverleihung wettern lässt, die – Zitat GdP – „ein Angriff auf alle Dortmunder Polizisten“ sei.

Nunja.

Die Frage stellt sich, warum die Ruhrnachrichten in Person ihres Redakteurs ausgerechnet in diesem Jahr so viel Energie darauf verwenden, die Begründung der Pannekopp-Preisverleihung zu entkräften. Bei den Siegern der Vorjahre kann ich mich an ein derartiges Engagement kaum erinnern.

Aber huch, was haben wir denn da: Eine Ausgabe des NRW-Polizeimagazins „Streife“ aus dem Jahr 2013, herausgegeben vom NRW-Innenministerium. Autor des Artikels auf den Seiten 14 und 15: Peter Bandermann. Wenn man Tante Google glauben darf, ist dies in jüngerer Vergangenheit nicht derssen einziger Text für die NRW-Polizei gewesen.

Halten wir also fest: Da arbeitet jemand in der Vergangenheit wiederholt für die Exekutive und bei öffentlicher Kritik an dieser verfasst er einen vermeintlich unabhängigen „Faktencheck“ zu deren Gunsten, ohne dass diese Verflechtungen und Interessenskonflikte dem Leser in irgendeiner Weise offengelegt würden.

Wie gesagt: Eigentlich wollte ich mich an dieser Stelle nicht an den Ruhrnachrichten abarbeiten.

Aber das lässt mich dann doch einigermaßen schockiert zurück.

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